Konjunktive in der Führung

Die Besprechung mit dem Kunden oder innerhalb der Firma war excellent. Alle sind sehr zufrieden und äußern das auch:

  • „Das war ein sehr guter Workshop, eigentlich müssten wir sowas mal öfter machen.“
  • „Wie wäre es, das könnte man auch mal für die andere Abeilung machen!“
  • „Es wäre schön, wenn wir bis zum nächsten mal mehr wissen.“
  • „Sie müssten mal dringend darüber reden.“

Da der Termin grundsätzlich aber gut gelaufen ist können Sie nun mit einem tollen Gefühl in die Firma oder nach Hause fahren. Der Kunde war ja super zufrieden und sie können vor dem Chef gut dastehen.

Was passiert? Sie haben es schon bestimmt vermutet. Natürlich passiert in den nächsten Tagen und Wochen rein gar nichts. Die erstellte Action Item Liste liegt immer noch genauso da und wird nicht gepflegt, geschweige denn dass ein Item überhaupt bearbeitet wird. Die Probleme sind weiterhin vorhanden und um die andere Abteilung kümmert sich niemand und natürlich wurde über die Themen nicht nochmal gesprochen. Aus meiner Sicht sind dies mit die Häufigsten Probleme innerhalb eines Projektes und dabei sind diese doch so einfach zu lösen.

Der Grund das nichts funktioniert ist beim Lesen der obigen Beispiele bestimmt jedem sofort klar. Jeder merkt es gleich und kann sagen was los ist: Es wurden keine verbindlichen Schritte definiert, es gibt keinen Verantwortlichen und jeder ist froh wenn niemand den Mund auf macht. Das Gerede von „man könnte“ und „es wäre schön, wenn“ tut niemandem weh und ist herrlich unverbindlich, ist aber letztlich nur einlullend und hilft niemandem weiter.

Nur die klare Definition der nächsten Schritte und die Festlegung welche eine Person (nicht zwei oder gar noch mehr) für einen Schritt Verantwortlich ist hilft. Daher gilt es bei solchen Sätzen immer nachzufragen:

  • Was genau soll gemacht werden?
  • Wer ist dafür verantwortlich?
  • Bis wann ist der Punkt umgesetzt?

Natürlich ist das unangenehm. Wer will schon derjenige zu sein der diese Fragen stellt, erst recht wenn der Termin so gut wie zu Ende ist und alle bereits im Aufbruch sind. Es kann Ihnen egal sein, ob die anderen von Ihnen genervt sind und Sie immer wieder das Arschloch sind welches am Ende noch was ausdiskutieren muss. Ihr Ziel ist nicht in erster Linie die armonie im Team oder dass sich niemand auf dem Schlips getreten fühlt, sondern dass das Projekt vorangeht. Wenn Sie dafür sorgen, dass die nächsten Schritte immer klar sind und auch nachverfolgt werden erarbeiten Sie sich zudem nach und nach ein wesentlich besseres Standing im Projekt und im Team.

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