Vertrauen ist Mut, Kontrolle ist besser

Das Wort Kontrolle ist oftmals sehr negativ besetzt. Kontrolle ist unangenehm, sowohl aus der Sicht desjenigen der kontrolliert, da er ja der „Controletti“ oder gar der „Böse“ ist, als auch aus der Sicht des kontrolliert werdenden, da ihm ja anscheinend nicht zugetraut wird seine Arbeit richtig zu machen. Da ist es doch viel einfacher für beide Parteien sich die Kontrolle zu sparen, dem Mitarbeiter also einfach mal Vertrauen zu schenken und machen zu lassen.

Sicherlich, Vertrauen zu schenken ist gut: Der Mitarbeiter kann sich frei Entwickeln und sich im Projekt entfalten. Dennoch ist es für den Projektleiter wichtig immer genau zu wissen welche Risiken bestehen und wie der aktuelle Projektfortschritt ist. Wie kommt er verlässlich zu diesen Informationen? Er ist angewiesen auf die Aussagen seiner Teammitglieder. Hat er aber Teammitglieder die er nicht kennt kann der Projektleiter sich nie sicher sein, ob diese ihm so berichten wie es für den Projektleiter erforderlich ist.

Gerhard Kocher, ein schweizerischer Publizist, Politologe und Gesundheitsökonom prägte hier den Ausspruch „Vertrauen ist Mut, Kontrolle ist besser“. Nur zu Vertrauen ist mutig, da wir dann in Kauf nehmen, dass wir unter Umständen die Kontrolle verlieren und nicht wissen was genau passiert.

Im Projekt und bei unbekannten Mitarbeitern sollte die Devise gelten, dass man sich Vertrauen erstmal erarbeiten muss. Es ist wichtig ein unbekanntes Teammitglied stärker zu kontrollieren, um die Arbeitsweise und das Tempo abschätzen zu können. Stimmen die Abschätzungen des Mitarbeiters mit seiner wirklichen Geschwindigkeit überein? Wie gehen die Mitarbeiter mit Risiken um? Nach und nach lernen Sie so den neuen Mitarbeiter besser kennen und es erfordert immer weniger Mut ihm zu vertrauen.

Wichtig ist aber auch Kontrolle immer nur wohlwollend und vor allem angemessen durchzuführen. Also nur so viel wie nötig und so wenig wie möglich. Dabei sollten Sie immer als Partner auftreten und transparent machen warum Sie kontrollieren. Dadurch verliert die Kontrolle nach und nach den Status des Unangenehmen und der Mitarbeiter weiß worauf es ankommt.

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